Schade, dass sie eine Hure war ('Tis Pity She's a Whore)

Schauspiel von John Ford // Deutsch von Rebekka Kricheldorf


Verfügbar ab: 07.03.2020
10 Schauspieler*innen
Gastspielhonorar: 6.500 Euro (zzgl. Nebenkosten)
Schauplatz ist das ferne Italien. Bruder liebt Schwester. Schwester liebt Bruder. Die Amme stellt sich auf beiden Augen blind. Papa ahnt nichts. Da haben die diversen Bewerber um der Schwester Hand aber schlechte Karten. Der törichte Poet wird an Stelle seines ehebrecherischen adligen Rivalen erstochen. Die abgelegte Geliebte, die zuvor den Gatten aus dem Weg geräumt hatte, um dem Edelmann die Hand zu reichen, hat den Falschen erwischt. Beim zweiten Versuch, sich am Ungetreuen zu rächen, beißt sie selbst ins Gras. Die Schwester ist schwanger und willigt in die Heirat mit dem übrig gebliebenen Bewerber ein. Papa ahnt noch immer nichts. Der frisch gebackene Ehemann dagegen schon. Kein Blut auf dem Hochzeitslaken! Das Ende der Geschichte ist dafür umso blutiger. Fazit: Es müssen sechs Särge bestellt und die Amme dringend an den Augen operiert werden.

„Die Inzest-und Rachetragödie“ (NZZ) des wohl bedeutendsten Zeitgenossen Shakespeares gibt mit sinnlicher Bildhaftigkeit den Blick frei auf die Liebe in den Zeiten der Renaissance. John Ford dichtet über die Moral einer übersatten Gesellschaft und schafft ein Plädoyer für die Vielgestaltigkeit der Liebe, ohne an sie glauben zu können. Im Wechsel aus Vers und Prosa schwankt die Sprache, wie bei Kleist, zwischen exaltierter Rede und dem Verstummen.
Besetzung
  • Autor John Ford
Aufführungstermine
  • 07.03.2020 20.00 h  – Rheinisches Landestheater - Schauspielhaus