Mamma Medea


Verfügbar ab: 15.09.2018
9 Schauspieler*innen
Gastspielhonorar: 6.000 Euro (zzgl. Nebenkosten)
Der Grieche Jason ist auf der Suche nach dem legendären Goldenen Vlies, das einst sein Vorfahre nach Kolchis getragen hat. Von dem Erfolg dieser Mission ist sein Anspruch auf den Thron in seiner Heimatstadt Jolkos abhängig. Als Jason Kolchis erreicht, stellt sich ihm der despotische Kolcherkönig Aietes in den Weg. Um das Vlies zu bekommen, muss Jason erst eine Probe bestehen. Nur mit Hilfe der Zauberkräfte von Medea, der schönen Tochter des Königs, gelingt es ihm. Sie hat sich auf Anhieb in den Fremden verliebt und ist bereit, Familie und Heimat für ihn aufzugeben. Jason verspricht ihr die Ehe, wenn sie mit ihm das Vlies stiehlt und ihn auf der Flucht unterstützt. Und so verrät Medea die eigene Familie und lockt ihren Bruder in einen tödlichen Hinterhalt.

Zehn Jahre später leben die beiden mit zwei Söhnen in Korinth. Sie sind in der Fremde gestrandet. Die Rückkehr nach Jolkos und die dortige Herrschaft blieben Jason verwehrt. Seine Liebe zu Medea ist längst erloschen, alle Träume und Erfolgsaussichten sind zerplatzt. Jason ist fest entschlossen, Medea zu verlassen, um die korinthische Königstochter Kreusa zu heiraten. Sie ist die letzte Möglichkeit des sozialen Aufstiegs für ihn. Medea ist ihm dabei nur im Weg und soll verbannt werden. Ihre Abrechnung mit dem untreuen Gatten und der jungen Prinzessin ist grausam, doch damit ist Medeas Rachsucht noch längst nicht gestillt, denn sie weiß für Jason eine noch viel schrecklichere Tat.

„Mamma Medea“ ist eine Geschichte über den Verlust kultureller Identität. Diese Version des antiken Stoffs fußt nicht nur auf der „Medea“ des Euripides, sondern bezieht auch die „Argonautica“ des Apollonius von Rhodos mit ein und geht damit tiefer als andere Bearbeitungen. Es gelingt Tom Lanoye, durch die für ihn typische Sprachmischung von Versmaß und salopper Umgangssprache, den Mythos in die Gegenwart zu übertragen, ohne die archaische Wucht der Vorlagen vermissen zu lassen.
Besetzung
  • Autor Tom Lanoye
Aufführungstermine
  • 15.09.2018 20.00 h  – Rheinisches Landestheater - Schauspielhaus