Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

von Bertolt Brecht


Verfügbar ab 06.04.2019
Gastspielhonorar: 6.500 Euro (zzgl. Nebenkosten)
Chicago, Stadt der Banden, Stadt der Gangster. In der sich rasant entwickelnden Welt der Erpressungen, Schutzzölle und Morde, der wechselnden Loyalitäten, Intrigen und sonstigen Verbrechen ist Arturo Ui der aufstrebende Star der Unterwelt. Mit unvergleichlicher Skrupellosigkeit und Brutalität kämpft er sich an die Spitze der Macht. Er manipuliert mit brillanten Reden die Massen, schmiert Politiker, beseitigt Gegner wie Anhänger, wenn er den Eindruck hat, dass sie ihm im Weg sind. Gerichte werden manipuliert, Zeugen eingeschüchtert, die Presse hat er sowieso schon unter Kontrolle. Wer nicht für ihn ist, ist gegen ihn. Die Bürger der Stadt sind aufgerufen, zu entscheiden, unter wessen Schutz sie leben wollen. So schreitet scheinbar unaufhaltsam der Aufstieg des Demagogen voran, ohne dass sich ihm jemand in den Weg stellt. Weil es immer genug Leute gibt, die die Chance sehen, im Sog von Arturo Ui
mit aufzusteigen. Schon bald reicht ihm die Stadt nicht mehr. Er will mehr und mehr und mehr …

In seiner 1941 geschriebenen Parabel über den Aufstieg eines skrupellosen Tyrannen beschrieb Bertolt Brecht seine Sicht auf die politischen Erfolge Hitlers. Dabei machte er sehr deutlich, dass der Aufstieg durchaus zu verhindern gewesen wäre. Wenn sich denn Menschen gefunden hätten, die die eigenen Egoismen hintenan gestellt hätten. Ursprünglich hatte er die Aufführung in den USA geplant. Doch dort stieß das Stück auf kein Interesse. Die Parallelen in unsere Gegenwart sind beängstigend. Erneut werden vom Populismus getragene Politiker in Machtpositionen gehievt, die sie in der Folge rücksichtslos ausbauen. Waren es im 20. Jahrhundert Hitler, Stalin, Mussolini, Franco, heißen sie heute Trump, Erdogan und Orban. Die Folgen für Länder und Gesellschaften sind vorhersehbar, wenn sich ihnen nicht genügend Menschen kraftvoll entgegenstellen.
Aufführungstermine folgen.